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Weitere Bauprojekte im öffentlichen Raum erforderlich

Bericht von der 4. Stadtteilkonferenz Wehringhausen am 21.1.2017

Rund 60 Wehringhauserinnen und Wehringhauser sind am Samstagnachmittag der Einladung des Quartiersmanagements gefolgt und haben sich auf den Weg ins Kultopia gemacht ‑ zur 4. Stadtteilkonferenz Wehringhausen.

Zunächst wurde Bilanz gezogen: Insgesamt 12 städtebaulich Projekte sind seit 2014 bereits unter breiter Beteiligung der Bewohner auf den Weg gebracht worden, darunter größere wie der Wilhelmsplatz, der Bodelschwinghplatz und die Freizeitanlage „Bohne“ genauso wie die Erneuerung von Spielplätzen.

Das vor über neun Jahren einmal eingeplante Gesamtbudget für investive Maßnahmen für die Soziale Stadt Wehringhausen ist damit bis auf eine Sicherheitsreserve weitestgehend aufgebraucht. Seit der Antragstellung im Jahre 2008 sind die Preise gestiegen, die Rahmenbedingen und Aufgaben im Stadtteil haben sich geändert, und neue, zu den Veränderungen passende Projektideen sind entstanden.

Ziel der Stadtteilkonferenz war festzustellen, welche weiteren baulichen Projekte wichtig sind, damit die „Soziale Stadt Wehringhausen“ zu einer nachhaltigen Stabilisierung des Stadtteils führt. Die zusätzlichen Projekte sollen dazu beitragen, dass die bisherigen Projekte ihre Wirkungen im Stadtteil vollständig entfalten können. Viele der auf der Konferenz diskutierten Ideen stammen aus den Masterplänen „Mobilität und Verkehr“ und „Freiraum“, die in 2015 durch Fachplaner unter Beteiligung der Wehringhauser Bewohnerinnen und Bewohner entstanden sind.

Drei Themen kristallisierten sich als wesentlich heraus:

  1. Die meisten Stimmen erhielt die Aufweitung des Tunnels am Bodelschwingplatz hin zur Augustastraße. Durch die Ausbildung eines Atriums und einer Rampenanlage für mobilitätseingeschränkte Menschen würde der bestehende Angstraum abgebaut, und der neue Bodelschwinghplatz und die neue Freizeitanlage „Bohne“ würden auch für die Bewohner im oberen Wehringhausen attraktiv erreichbar sein.
    Maßgabe dabei ist, dass die verkehrlichen Auswirkungen, die mit einer Unterbrechung der Augustastraße an dieser Stelle verbunden wären, geprüft werden. Für die zu erwartenden Mehrbelastungen in der Lange Straße und in der Buscheystraße müssten gleichzeitig mit der Tunnelaufweitung geeignete Maßnahmen zur Geschwindigkeitsreduzierung ergriffen werden.
  2. Als zweitwichtigster Punkt haben die Teilnehmer der Konferenz Maßnahmen favorisiert, die dazu beitragen, die Nord-Süd-Verbindung im Stadtteil verkehrlich zu verbessern.
    Insbesondere Ältere und Mobilitätseingeschränkte haben praktisch keine Möglichkeit, die starken Steigungen durch geeignete öffentliche Transportsysteme zu meistern, um in der Lange Straße einzukaufen oder die neue Freizeitanlage „Bohne“ zu besuchen. Hierbei könnten z.B. Kleinbusse zum Einsatz kommen. Ansprechpartner hierfür wäre primär die Hagener Straßenbahn AG.
    Als außergewöhnliche Idee zur Lösung des Problems fand sogar eine Seilbahn viele Fürsprecher, die vom unteren Wehringhausen bis zum Stadtwald reichen könnte und zudem ein touristisches Potenzial hätte. (Beispiel: Wuppertal)
  3. Als drittwichtigstes Thema wurden sogenannte „Pocketparks“ genannt, die als kleine begrünte Inseln im Stadtteil die Aufenthaltsqualität in dem eng bebauten Stadtteil für viele Bewohnergruppen verbessern und insbesondere die Nord-Süd-Verbindung vom Stadtwald bis zur Freizeitanlage „Bohne“ stärken würden.

In den Diskussionen wurden nochmals betont, dass die Investition „in Steine“ allein den Stadtteil nicht stabilisieren kann. Hierzu müssen flankierend weiterhin  soziale, kulturelle und bildungsbezogene Projekte zur Umsetzung kommen, um bestehenden Problemen in Wehringhausen zu begegnen und Chancen zu nutzen.

Auch das Thema „Wohnen“ wurde in seiner Bedeutung herausgehoben. Neben der Schaffung einer ausreichenden Menge an qualitätvollem bezahlbaren und barrierearmen Wohnraum braucht es weitere Anstrengungen zur Unterstützung der Vermieter, die es Ihnen möglich machen, Wohnungen auch mit höherer Qualität anzubieten, um über entsprechende Mieteinnahmen die Möglichkeit zu haben, die Gebäude insgesamt zu sanieren.

Über geeignete Marketingmaßnahmen sollen die vielen Potenziale von Wehringhausen besser vermarktet werden. Wehringhausen soll mit seinen gründerzeitlichen Wohngebäuden, seinen Einkaufsmöglichkeiten, seiner Künstlerszene und seiner kulturellen Vielfalt zusammen mit den vielen städtebaulichen Impulsen über die Soziale Stadt im Rahmen eines Image- und Marketingkonzepts als attraktiver Wohnstandort stärker ins Bewusstsein gerückt werden.

Die Entwicklung der Vartainsel zu einem innenstadtnahen Gewerbestandort wurde als weiteres Potenzial angesehen, Wehringhausen zu stärken. Sofern an diesem innstadt- und bahnhofsnahen Standort  Softwareentwickler o.ä. angesiedelt würden, böte sich mit Wehringhausen ein für viele Arbeitnehmer attraktiver Wohnstandort mit Flair, den man zu Fuß oder mit dem Rad erreichen kann. Die positiven Impulse für den Wehringhauser Wohnungsmarkt, für die ansässigen (und künftigen) Geschäfte und für die Bildungseinrichtungen liegen auf der Hand. Insgesamt würde dies zudem zu einer „guten sozialen Mischung“ im Stadtteil beitragen.

Die o.g. Themen, insbesondere „Mobilität“ und „Wohnungsmarkt“ werden in den nächsten Sitzungen des Lenkungskreises Wehringhausen weiter vertieft.

Verwaltung und Politik sind nun aufgerufen, die Chancen für Wehringhausen zu ergreifen, und weitere Mittel bereit zu stellen,  um nicht auf halben Weg stehen zu bleiben. Fördermittel stehen beim Bund und beim Land in ausreichende Menge zur Verfügung, erforderlich sind 10 – 20 % Eigenmittel der Stadt.

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